Personalentwicklung

Modul-Team 4: Postdoktorand*innen

Bei der Statusgruppe der Postdoktorand*innen handelt es sich im weiteren Sinn um die an der Universität beschäftigten promovierten Wissenschaftler*innen (inkl. Juniorprofessor*innen ) unter Absehung der ordentlichen Professor*innen. Diese Beschäftigtengruppe trägt in erheblichem Maße zu exzellenter Forschung und Lehre an der CAU bei, durch die Einwerbung von Drittmitteln aber auch zur Finanzierung von Forschung. Die Gruppe der promovierten Wissenschaftler*innen ohne Professur ist sehr heterogen, was sich in den Finanzierungsquellen für ihre Beschäftigung (Drittmittel, Landesmittel, HSP), den diversen Aufgabenstellungen (Forschung, Lehre, Projektkoordination), aber auch in den unterschiedlichen Karriere- und Erfahrungsstufen (weisungsgebundene*r Assistent*in, selbstständige Gruppenleiter*in, Lehrkraft) und Karrierezielen darstellt.

Grundsätzlich können vier Hauptgruppen von Postdoktorand*innen unterschieden werden:

  1. Postdoktorand*innen, die nach Abschluss ihrer Promotion noch einige Zeit befristet an der Universität bleiben möchten, um weitere Erfahrungen in der Wissenschaft (Forschung, Lehre und Management) zu sammeln.
  2. Promovierte, die entweder im Bereich der Lehre und Forschung oder im Umfeld der Wissenschaft dauerhaft an der Universität arbeiten wollen. Dies kann sowohl in unbefristeten als auch in befristeten Beschäftigungsverhältnissen der Fall sein.
    1. Beschäftigte im akademischen Mittelbau, die keine Leitungsposition anstreben.
    2. Promovierte mit dem Karriereziel Professur.
  3. Promovierte, die die CAU verlassen wollen und eine Karriere im privaten oder öffentlichen Sektor anstreben.

 

Die Karriereperspektiven für Postdoktorand*innen sind vielfältig. Diese Vielfalt sollte in einem Personalentwicklungskonzept deutlich und transparent aufgezeigt werden. Die obige grobe Unterteilung der Statusgruppe mit ihren spezifischen Anforderungen und Beschäftigungsbedingungen lässt erahnen, wie unterschiedlich die Bedarfe und daher auch die daraus abzuleitenden Maßnahmen sind. Für eine auch im internationalen Kontext möglichst transparente Charakterisierung der Karriereentwicklung von Forschenden, schlagen wir die Verwendung der Research Profile Descriptors der Europäischen Kommission vor. Die dort beschriebenen Karrierestadien basieren auf dem kontinuierlichen Zugewinn an Kompetenzen und schließen sowohl grundständige als auch weitere wünschenswerte Kompetenzen ein, mit dem Ziel, horizontale Mobilität zwischen der Akademia und dem privaten und öffentlichen Sektor zu erleichtern.

Promovierte im Anschluss an die Promotion sind als Postdoktorand*innen im engeren Sinne zu betrachten. Sie werden als Recognized Researchers – R2 –  bezeichnet. Sie sind noch nicht völlig unabhängig in ihrer Forschung und Lehre. Sie sollten nach zwei, spätestens nach vier Jahren Klarheit über ihren weiteren Berufsweg erlangt haben, eine Karriereentscheidung getroffen haben und dafür ein Umfeld vorfinden, dass ihnen erlaubt, sich entsprechend darauf vorzubereiten.

Im Gegensatz dazu haben Experienced Researchers – R3 – bereits Selbständigkeit erlangt und eine Entscheidung über ihren künftigen Karriereweg getroffen, für eine akademische Karriere im Mittelbau oder in Richtung Professur (Leading Researcher – R4) oder für eine Karriere im öffentlichen oder privaten Sektor. Welcher Karriereweg eingeschlagen werden soll, bedingt die Bedarfe und Maßnahmen: Für eine Karriere im akademischen Mittelbau ohne eine Führungsrolle in der Wissenschaft anzustreben, gilt es, Erwartungen abzugleichen sowie Möglichkeiten der Weiterqualifizierung auszuloten und anzubieten. Die Qualifizierung für eine Professur hingegen erfordert wissenschaftliche Selbstständigkeit, Unabhängigkeit und die Vorbereitung auf eine Führungsrolle in der Wissenschaft. Wer eine Karriere im öffentlichen oder privaten Sektor anstrebt, muss sich einerseits gezielt auf den Einstieg und die spezifischen Anforderungen dieses Arbeitsmarktes vorbereiten und andererseits Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme/Vernetzung finden.

Im Rahmen der Personalentwicklung ist es ein großes Anliegen der Statusgruppe der Postdoktorand*innen, dass individuelle Karrierepotentiale klar erkannt und benannt werden. Darauf basierend sollen Karriereziele definiert und die Zielerreichung unterstützt werden. Unabhängig davon, ob eine Karriere in der Akademia oder außerhalb verfolgt wird, sollten entsprechende passgenau unterstützende Maßnahmen etabliert werden, um so die Zukunftsperspektiven Promovierter an der CAU und darüber hinaus zu verbessern.

 

Links

Kontakt


Wiebke Skala
Telefon: +49 431 880-1958

wskala@uv.uni-kiel.de
zur Profilseite von Wiebke Skala